Hier meine neue Geschichte Anna und das verwunschene Land ASON.



  

Anna 

Inhalt:

Anna

Das Land

Die Geschichte

Die Reise

Der Riese

Die Drachen

Die Sümpfe

Das Labyrinth

Der Glasberg

Das Fest


Die Sonne brannte vom Himmel, an dem Tag, an dem unsere Geschichte begann.

Anna saß im Garten und las.

Es war ihr Lieblingsbuch: Der verwunschene Prinz! Nur bei dem Krach, den ihre Schwester veranstaltete, konnte sie unmöglich lesen.

Seufzend klappte sie das Buch zu und schaute auf.

Sie saß auf einer alten, weißen Bank, die im Schatten einer alten, großen Villa ruhte.

Diese Villa gehörte Annas Eltern. Es war ein sehr großes Gebäude, in dem man sehr viel entdecken konnte. Doch dafür war es heute viel zu heiß.

Gegenüber saß Annas 4-jährige Schwester Amelie und schlug 2 Bratpfannen aufeinander.

Anna selbst war 12.

Ein nerviger Quälgeist war ihre Schwester; doch dagegen konnte man leider nichts tun.

Anna ging zu dem alten Apfelbaum, auf den sie schon geklettert war, als sie noch nicht einmal ihren Namen schreiben konnte.

Sie setzte sich auf einen der Äste und dachte nach:

Die Sommerferien hatten gerade erst begonnen und die Familie würde nicht wegfahren.

Was sollte das wohl für ein Sommer werden?

Es wurde Abend und Anna legte sich früh ins Bett, denn die Familie wollte morgen einen Ausflug machen.

Doch daraus wurde leider nichts, denn es regnete in Strömen.

So stöberte Anna mal wieder durch die Bibliothek.

 

Sie ging die Regale entlang und schaute sich die Titel an. Dort waren Märchen aus aller Welt, Zaubergeschichten, Tiere der Natur und noch viel, viel mehr.

Doch dann entdeckte Anna am Ende eines Regals ein ganz staubiges Buch. Es hieß: „ASON“.

 

Ein komischer Name, dachte sie und zog es aus dem Regal.

Verträumt blätterte Anna darin herum; las mal hier ein Stück und dort ein Stück.

Es schien von einer anderen Welt zu handeln, wo es Feen, Kobolde, Einhörner und Riesen gab.

Wie gerne würde auch sie in so einer Welt leben.

„Ich wünschte mir“, dachte Anna, „ich wäre dort!“

Ein blasser Schleier legte sich vor Annas Augen.

Vor Ihren Augen verschwand die Bibliothek.

Doch dann wurde alles wieder schärfer und sie sah sich um.

 

 Das Land

 

Anna stand auf einer kleinen Lichtung, umgeben von großen Bäumen.

Sie ging durch das Gestrüpp und kam an einen Fluss, der in ein nicht weit entferntes Meer mündete

Anna ging flussabwärts, immer der Sonne entgegen.

Nach einiger Zeit war sie am Fuße eines Berges und machte sich daran ihn zu besteigen. Anna dachte: „Von dort aus müsste man das ganze Land sehen können.“.

Und so war es auch.

Als erstes fiel ihr Blick auf das wunderschöne Meer. Es lag im Osten, wo die Sonne gerade aufging.

Ein herrlicher Anblick war es, wie das Meer dort lag. In Gelb-Rot-Orange getaucht und vorne Türkis.

Im Norden sah man ein prachtvolles Schloss, das im Licht der Morgensonne glitzerte.

Westlich waren hohe, schneebedeckte Berge. Sie leuchteten um die Wette.

Doch einer übertraf sie alle. Es war ein Berg aus reinem Glas, der in allen Farben des Regenbogens strahlte. Unter diesen Bergen war ein großer Nadelwald, wo Fichten, Tannen und Kiefern wuchsen.

Unter Anna – am Berg – gabelte sich der Fluss. Der eine mündete ins Meer, der Andere zog sich durch das ganze Land.

 

 

„Was für ein wunderschönes Land“, sagte sie laut.

 

„Ja, das ist es wirklich“, sagte eine Stimme hinter ihr.

Erschrocken drehte sich Anna um. Vor ihr stand ein prächtiges Einhorn.

Sein Fell glitzerte silbern in der Morgensonne, die Mähne war schneeweiß und die Augen so blau, wie der Fluss.

„Ich bin Kasu“, sagte das Einhorn, „und du musst Anna sein!“

„Ja, ich bin Anna – aber woher wusstest du das?“

„Wir haben schon so lange auf Dich gewartet!“

„Ach ja?“ sagt Anna etwas verdutzt. „Ist ja auch egal“

„Komm mit, ich möchte dir meine Familie vorstellen“, sagte Kasu.

„Oh, gerne“, antwortete Anna und folgte dem Einhorn.

 

Sie liefen den Berg hinunter, gingen am Fluss entlang und schließlich kamen sie zu einer Hütte, in der wohl früher einmal Menschen gewohnt hatten

„Nila, Tiru“, rief Kasu „Sie ist da!“, und ging in die Hütte. Dort standen zwei weitere Einhörner und fraßen ein seltsames Gras. Es war giftgrün und hatte weiße Flecken.

„Das sind meine Geschwister“, sagte Kasu zu Anna gewandt.

„Kasu, wo warst du bloß?“, fragte eines der Einhörner und zu Anna: „Schön, das du endlich da bist“.

„Das ist Nila!“ „Und ich bin Tiru“, rief das Andere.

Es schien noch jung zu sein, denn es sprang auf und ab und war voller Energie, während Nila im Gegensatz zu Ihrem Bruder eher ruhig und gelassen war.

Sie ging auf Anna zu und sagte: „Komm, ich will dir sagen, wie die Gegenden unseres Landes heißen.

Das kann auf deiner großem Reise sehr nützlich sein!“

„Was für eine große Reise ?“, dachte Anna.

Gemeinsam traten sie vor die Hütte und wandten sich gen Norden, wo das Schloss stand.

Es heißt Bakural – das Schloss der Sonne. Der Fluß trägt den Namen Pendago – der Fluss der Sterne.

Während die Berge Karulanusa – die Berge der Schönheit hießen. Den westlichen Wald nannte man Gratino  - den Wald der Nacht.

„Die restlichen Gegenden nennen wir kurz UG“ sagte Nila. „Was heißt das UG?“, fragte Anna.

„Unbedeutendes Gebiet“, antwortete Kasu, der dazugekommen war.

„Quatsch sie nicht mit so einem Quatsch voll, Schwesterherz“, rief Tiru hinter ihnen. „ Du solltest ihr lieber unsere Geschichte erzählen!“

„Also Tiru meint die Geschichte unsere Königs“, meinte Kasu.

 

 

 Die Geschichte

 

Vor etwa 115 Jahren kam ein neuer König auf den Thron -  König Toro! Er regierte gut, weise und warmherzig. Eines Tages ritt er allein aus. Nach einer Weil kam er zu einem kleinen Waldstück, wo er rastete. Plötzlich kam eine Frau hinter ein paar Bäumen hervor. Da passierte es.“ – Kasu machte einen Moment Pause.“

„Was, was, was passierte?“, fragte Anna aufgeregt.

„Er verliebte sich sofort in die wunderschöne, junge Frau.“

„Oh, wie schön“, schwärmte Anna.

„Ja“, sagte Kasu, „doch da gab es ein Problem! Die Frau, Balinga hieß sie, war die Tochter des mächtigen, bösen Zauberers Raturo, mit dem Toros Vater schon seit Ewigkeiten verfeindet war. Raturo würde eine solche Liebe niemals durchgehen lassen – das wussten beide nur zu gut.

So trafen Sie sich immer heimlich; doch irgendwann waren sie es leid, ihre Liebe zu verbergen und beschlossen zu heiraten; trotz der Gefahr, dass Balingas Vater sehr sauer sein würde. Sie luden ihn auch zu ihrer Hochzeitsfeier ein, in der Hoffnung, das alles gut gehen würde. Aber da irrten sie sich gewaltig.

Raturo nahm Toro gefangen und Balinga wieder mit auf sein Schloss. Das Schloss liegt hinter den westlichen Bergen. Man kann es von hier aus nicht sehen – sondern erst, wenn man das Labyrinth durchquert hat.

Er sperrte Toro in den Glasberg – das Wahrzeichen von Ason. Und so ist es bis heute.

Die Prophezeiung sagt: du wirst alle befreien! Du bist die Heldin, auf die wir seit über 100 Jahre warten“, endete Kasu.

 Die Reise

 

„Was?  Ich ?? „ rief Anna schockiert. „Nein, das kann nicht sein!“

„Oh doch“, meinte Tiru, „der Überlieferung nach ist es so, dass nur ein Kind aus deiner Welt den Zauberer besiegen kann“.

„Wie soll ich das denn machen?“, fragte Anna leise.

„Was weiß ich“, sagte Nila aufgebracht, „dir wird schon was einfallen. Du bist doch nicht doof“.

In diesem Moment hörten sie eine Stimme rufen: „ Hallo, Ihr Einhörner“. Es war ein Häschen. Es hoppelte bis zu Anna und blieb dort ruckartig stehen. „Ihr habt sie gefunden“, rief es.

„Ich bin hoch erfreut, dich kennen zu lernen. Ich heiße Moka, und du musst Anna sein“.

Anna wunderte sich nur.

„Hallo, Moka“, freudig begrüßte Kasu seinen Freund.

„Dann lasst uns aufbrechen“, sagte Moka und hoppelte gen Westen.

„Wie? Aufbrechen ?“, wunderte sich Anna.

„Wir wollen doch keine Zeit verlieren“, grummelte Moka. „Ja, er hat Recht“, sagte Kasu. „Je eher wir Toro befreit haben, je desto schneller wird das Land wieder blühen“.

„Aber ich bin nicht die, für die ihr mich haltet“, schrie Anna.

„Doch, doch“, sagte Moka. „Du hast eine magische Kraft in dir – das fühle ich. Und nun komm!“

Ihr bleib nichts anderes übrig, als ihnen zu folgen.

So begannen die 3 die große Reise.

 

Immer Richtung Westen. Das Meer im Rücken und die Berge im Auge.

Anna machte sich Sorgen, was würde passieren, wenn sie Toro nicht befreien könnten? Würde sie je wieder nach Hause kommen? Und Überhaupt? Wie?

So viele Fragen und keine Antworten.

 Der Riese

 

Nach gut 2 Stunden machten sie Rast auf eine kleinen Lichtung, als plötzlich 2 Feen im Eiltempo an ihnen vorbeiflogen.

Eine von ihnen blieb in der Luft stehen und rief ihnen zu: „Ein Riese! Schnell! Lauft weg!“

Und schon war auch sie fort. Kaum eine Sekunde war vergangen und sie hörten heftig, laute Schritte.

„Auf meinen Rücken!“, schrie Kasu. Anna und Moka sprangen auf und er raste davon, sprang über Stock und Stein. Doch einem Riesen kann auch kein Einhorn entkommen – schon gar nicht mit einem Menschen auf dem Rücken.

So kam der Riese schon bald sehr viel näher. Voll Panik klammerte sich Anna an die Mähne von Kasu.

Dann sahen sie den Fluss, der vor ihnen lag. Kasu musste wohl leicht nach Norden geritten sein, denn sonst hätten sie sein Ufer viel schneller erreicht. Trotz des glitschigen Ufers versuchte Kasu so schnell wie möglich Anlauf zu nehmen, um über den Fluss zu kommen. Nur noch wenige Meter trennten sie vom Wasser. Kasu setzte zum Sprung an, doch er rutschte aus und schlitterte ins tiefe Wasser. Prustend kamen sie wieder hoch und konnten noch genau sehen, wie zwei Hände nach ihnen griffen.

Dann war alles dunkel.

Anna kniff die Augen zusammen und erwartete, das sich Zähne in ihr Fleisch gruben. Doch es passierte nichts. „Wie komisch“, dachte sie. Dann hörten sie eine freundliche, dunkle Stimme fragen: „Warum seid ihr vor mir weggelaufen? Ich tu doch keiner Fliege was zu Leide. Habt wohl gedacht, ich esse Euch.

Nee, nee, da seid ihr auf dem Holzweg. Ich mag nur Grünzeug“.

„Wir wollen mit der Auserwählten zum Glasberg“, sagte Kasu und Moka nickte. „Ach, so“, sagte der Riese lächelnd. „Dann kann ich Euch doch sicher begleiten! Ich könnte doch sehr nützlich für euch sein!“

„Aber klar doch“, rief Anna, die ihre Sprache inzwischen wieder gefunden hatte.

Und so ging es weiter. Doch jetzt waren es vier, die sich auf die große Reise machten.

 

 

 

Die Drachen.

 

Es war schon sehr spät, als sie einen Rastplatz fanden.

Kasu schlief sofort ein, doch die anderen drei waren nicht müde. „Wie heißt du eigentlich“, fragte Anna den Riesen. „Kolumbus“, war dessen Antwort. „Kolumbus“, rief Anna mit weit aufgerissenen Augen.

„So hieß in meiner Welt ein Mann, der Amerika entdeckt hatte. Äh, also Amerika heißt bei uns ein Land.“, fügte sie noch schnell hinzu, weil keiner der beiden Amerika kannte.

Um vom Thema abzukommen fragte sie : „Warum habt ihr eigentlich auf mich gewartet? Ihr hättet doch auch auf eigene Faust losziehen können. !!“

„ Das taten Viele, aber die meisten hatten Angst“, gab Moka zu. „und außerdem: Alle,

die es versuchten, kamen nicht mehr zurück.“

„Man hätte das ohne dich eh nicht geschafft. Man braucht ja auch die Karte für das Labyrinth“,

„Mh , Labyrinth ?,“fragend sah Anna Moka an.

„ Ja um zum Glasberg zugelangen, muss man durch ein Labyrinth. Die Karte für dies Labyrinth lieg in einer Höhle und wird von Drachen bewacht“. „Oh man, Drachen.“, seufzte Anna „ ich hatte mir das einfacher vorgestellt.“ „Ja, allerdings musst du das bewerkstelligen“, nuschelte Moka. Offenbar war er nicht gern der Überbringer von schlechten Nachrichten.

„ Was, ich ?“,stöhnte Anna. „Was muss ich den noch tun?,“

„Uns durch das Labyrinth führen“, sagte Moka kleinlaut.

„Das ist noch nicht alles“, meinte Kolumbus. „Um zum Labyrinth zukommen, muss man durch eine große Fläche von Sümpfen gehen“.

„Auch da musst du uns helfen“. „Oh, Mann“, sagte Anna. „Das kann heikel werden!“

„Da magst du wohl Recht haben“, gähnte Moka und legte sich schlafen.

Leise zu Anna gewandt sagte Kolumbus: „Schlaf du ruhig – ich halte Wache!“

„Das ist gut“, antwortete sie und legte sich zu dem Hasen. Sekunden später war auch Anna eingeschlafen.

Kolumbus blieb wirklich die ganze Nacht wach, bis zum Morgengrauen.

 

„Wie lange dauert es bis zur Drachenhöhle?“ fragte Anna Moka, der es sich auf der Schulter des Riesen neben ihr bequem gemacht hatte. „Drei bis vier Stunden“, gähnte er und rollte sich noch mehr zusammen. „ Du kannst dir inzwischen schon mal überlegen, wie wir die Karte bekommen können!“

Ja, darüber zerbrach sich Anna schon die ganze Zeit den Kopf. Wie sollten sie vorgehen? Wo konnte die Karte bloß sein und wie – um Himmelswillen- sollten sie die Drachen aus der Höhle herauslocken?

Anna seufzte. Eine Geschichte zu lesen war viel einfacher, als in einer drin zu sein. Nach einer Weile fragte sie Kasu: „Was können Drachen denn nicht haben?“

„Etwas Gelbes“, antwortete der. „Sie reagieren dann so wie Stiere auf etwas Rotes“.

„Das ist es“, rief Anna. „Kolumbus, du nimmst deine Jacke und schwenkst sie so, dass die Drachen sie sehen – aber das gelbe Futter! Dann läufst du irgendwohin und versteckst dich. Wir können dann ganz bequem in die Höhle und die Karte suchen“.

„In der Nähe der Höhle ist ein Wald“, stimmte Kasu zu. „Das ist super“, sagte Moka begeistert.

„Anna, du bist ein Genie. Mit deiner Hilfe werden wir auch Toro befreien können“.

 

Nach drei Stunden kamen sie dann auch wirklich an. Als die Vier die Höhle sahen, sprangen Anna und Moka von Kolumbus Schultern und versteckten sich mit Kasu.

Kolumbus zog seine Jacke aus und ging zu der Höhle.

In ungefähr 15 m Abstand  von ihr blieb er stehen und rief: „Drachen, Drachen, ihr stinkigen Viecher!“

Dabei schwenkte er seine Jacke. Nach ein paar Sekunden erschienen die Drachen.

Als sie das gelbe Futter sahen, sahen sie rot und stürzten sich auf Kolumbus. Aber der rannte geradewegs in Richtung Wald und kam auch noch vor den Drachen dort an.

Das war Annas, Mokas und Kasus Einsatz. Sie hasteten in die Höhle.

Die Höhle war recht groß und hoch. Moka fing rechts an zu suchen; Anna links und Kasu ging weiter hinein. Hastig schaufelten sie jeden Stein um, immer in der Angst, dass die Drachen zurückkehren würden.

 

 

Da entdeckte Anna etwas Helles. Es klemmte in eine Felsnische, es war ein Pergament. Das musste die Karte sein. Anna zog sie heraus und alle rannten so schnell sie konnten nach draußen.

Dort piff Anna auf den Fingern und Kolumbus hörte auf die Drachen zu ärgern.

 

 Die Sümpfe

 

Also, diese Karte zeigt das Labyrinth und etwas von den Sümpfen!“, bemerkte Moka.

„Ja, und dort muss der Glasberg sein“, deutete Kasu mit einem Huf auf ein gemaltes Tor.

„Komisch“, meinte Kolumbus, „ich dachte immer, es wäre viel größer!“

„Kann schon sein“, sagte Anna, „Aber jetzt müssen wir uns erst mal überlegen, wie wir durch die Sümpfe kommen, ohne einzusinken?“

Sie waren wirklich nicht mehr weit entfernt von den Sümpfen.  Vielleicht eine Stunde oder eine und eine Halbe. Aber sie mussten sich unbedingt noch etwas überlegen, um heil durch sie hindurchzukommen.

„Ich hab`s“, rief Anna, „Kolumbus, du gehst vor und sagst uns immer Bescheid, wenn du leicht einsinkst. Dann gehen wir um diese Stelle herum.“

„Du darfst dich aber nicht zu weit einsinken lassen“, ermahnte das Häschen, „sonst kommst du dort nicht mehr heraus!“

„Das schaff ich schon“, sagte Kolumbus. Er war stolz darauf, dass Anna ihm so wichtige Sachen anvertraute. So etwas hatte er noch nie tun sollen.

 

Sie standen ungefähr drei Meter von den Sümpfen entfernt. „Mein Gott, sind die Sümpfe groß“, dachte Anna und fragte sich, warum man von der Fläche der Sümpfe eigentlich in der Mehrzahl sprach.

Sie hätten genauso gut als ein riesiger Sumpf durchgehen können. Es roch fürchterlich nach altem, vermodertem Holz und Gras  und nach verwesten Tieren

„Das wird gar nicht mal so einfach“, sagte Moka erschreckt.

„Irgendwie kriegen wir das schon hin“, meinte Anna. Doch auch ihr war anzuhören, dass sie sich gar nicht so sicher war.

Kolumbus allerdings war voller Zuversicht. Mutig wagte er den ersten Schritt. Ein lautes „Quaaatsch“ und es spritzte Schlamm. „Öh, wie ekelhaft“, sagte Anna. „Entschuldigung“, murmelte Kolumbus verlegen.

Er ging weiter und die Anderen hinterher. Alle waren recht nervös; doch es lief eigentlich recht gut.

Kolumbus sagte immer rechtzeitig Bescheid und keiner sank wirklich tief ein.

So waren sie schon bald in der Mitte angelangt. Ab dort wurde es jedoch schwieriger. Oft mussten Kasu, Anna und Moka einen weiten Bogen um eine Stelle machen. Und trotz aller Vorsicht sanken Anna und Kasu höher als bis zu den Knien ein, während Moka schon einmal bis zum Bauch versank und Kolumbus ihn mit viel Mühe herausziehen musste. Deshalb dauerte die zweite Hälfte weitaus länger.

Als sie schon kurz vor dem Ende waren und gegenüber festes Gras zu sehen war, rief Kolumbus: „Vorsicht eine riesengroße, breite Stelle, in der man versinken kann!“

„Wie sollen wir da bloß rüberkommen“, fragte Kasu? Weit und breit, nach rechts und links, war nur Matsche.

„Keine Ahnung“, meinte Kolumbus. Er merkte nicht dass er immer weiter einsank.

„Kolumbus“, schrie Anna, „ du versinkst!!“ „Oh, nein“, rief Moka, „Was sollen wir nur machen“?

Hektisch sprang er auf und ab. Kolumbus versuchte seine Beine herauszuziehen, doch sie steckten fest.

Dann griff er nach den anderen Dreien und hob sie über das Schlammloch auf die andere Seite und setzte sie dort auf das Gras.

„Geht ohne mich weiter! Ich komme hier schon raus. Ich kann nicht mehr weiter versinken. Ich spüre schon festen Boden unter mir. Und durch das Labyrinth kann ich sowieso nicht mit. Dafür bin ich viel zu groß“!

Anna, Kasu und Moka wandten sich nur schwer um. Sie wollten ihren Freund nicht alleine lassen.

 Das Labyrinth

 

Das Labyrinth war viel größer als sie erwartet hatten. Die Mauern bestanden aus grauem Stein und zwischen den Ritzen wuchsen Disteln und allerlei andere Pflanzen. Der Eingang des Labyrinths war wie auf der Karte ein riesiges Eisentor. Allerdings war es schon halb verrostet.

„Da sollen wir durch“, fragte Moka ängstlich?

„Aber klar doch“, sagte Kasu „wie willst du denn sonst zum Glasberg gelangen. Es gibt doch nur diesen einen Weg“!

„Dann bringen wir es am besten gleich hinter uns“, meinte Anna und öffnete das Tor. Es quietschte laut.

Sie traten ein und Anna holte die Karte hervor. Es war eigentlich recht einfach. Die Karte war exakt nach dem Labyrinth gezeichnet und sie verirrten sich kein mal.

Schließlich standen sie vor einem großen Holztor. Nur mit aller Kraft bekamen sie es aufgestemmt.

Eigentlich hatten Sie hinter dem Tor den Eingang zum Glasberg erwartet. Doch dort ging das Labyrinth weiter. Dummerweise war die Karte nicht mehr brauchbar. Sie zeigte das weitere Labyrinth nicht.

„Was sollen wir jetzt machen“ , fragte Kasu? „Irgendwie müssen wir dadurch“, entschied Anna.

Nach gut einer halben Stunde vergebenen Suchens standen die Drei vor einer Wand mit einem verschnörkelten Buchstaben darauf. Die Wand war aus Stein.

„Was ist das für ein Zeichen“, fragte Moka?

„Das könnte ein G sein“, sagte Anna. „So was nennen wir bei uns Buchstaben“.

„Noch nie gesehen“, riefen Kasu und Moka einstimmig.

„Wenn ich nur wüsste, was das bedeuten soll“, überlegte Anna. Da fiel ihr etwas ein. „Der Wald der Nacht fängt mit einem G an“, dachte sie. „Ich könnte es ja mal probieren“, überlegte sie.

„Gratino“, (der Wald der Nacht) sagte Anna laut und . . . die Wand glitt leise zur Seite.

„Toll, woher wusstest du das“, fragte Kasu verwirrt. „Mir ist etwas eingefallen, was deine Schwester gesagt hatte“, antwortete Anna und ging weiter. Nach einer ganzen Zeit kamen sie zu einer Wand, die ganz aus einer Dornenhecke bestand. Äste und Zweige formten so etwas, das ein B sein könnte.

„Bakural“, (das Schloss der Sonne) sagte Anne und auch diese Hecke öffnete sich sofort. Und so ging es weiter.

Der nächste Durchgang war mit einem K  „Karulanusa“ (die Berge der Schönheit) versehen.

Zuletzt kamen sie zu einer Wand aus schwarzem Holz und Anna wollte gerade Pendago sagen, da rief Moka „ ich will auch mal“, und rief mit piepsiger Stimme „Pendago“. (der Fluss der Sterne)

Die Wand öffnete sich mit einem Knarren und sie standen vor einem riesigen, großen Glasberg.

Der Anblick war überwältigend.

 

 Der Glasberg

 

Wie hast Du gewusst, wie wir durch das Labyrinth kommen konnten?“ fragte Kasu.

„Keine Ahnung“, antwortete Anna, „Irgendwie hat mein Gefühl mir gesagt, wo ich lang gehen sollte.“

Es war schon Mittag und die Sonne stand hoch am Himmel. Der Glasberg sah wunderschön aus. Nur war es dadurch nur noch schwerer zu erkennen, wo der Eingang war. „Mann ist das schwer“, meinte Moka.

Er klebte fast mit seiner kleinen Stupsnase am Glas und sucht verzweifelt nach einem Hebel oder so etwas Ähnlichem. „Wie funktioniert das bloß“, sagte Anna ärgerlich. „Wir sind jetzt schon einmal ganz um den Glasberg herumgelaufen“! Da sah sie etwas goldenes aufblitzen und lief hin.

Erst dachte sie, es wäre nur die Sonne, doch dann bemerkte Anna, das sich dort etwas hervorhob.

„Vielleicht kann man es herunterdrücken“, dachte Anna und versuchte es. Aber leider ohne Erfolg.

Plötzlich sah sie noch mehr von den kleinen Erhebungen. „Heh, die kann man ja drehen“, rief Moka, der inzwischen zu Anna hinzugekommen war. Seine flinken Pfoten drehten die Erhebungen und bald gab es ein lautes „Klick“.

Die Erhebungen bildeten eine Form, wie ein Puzzle.  „Das sieht ja aus wie ASON“ sagte Moka aufgeregt und drückte es herunter.

Vor Ihnen öffnete sich eine Tür und sie traten hinein. Der Glasberg war ganz anders, als sie gedacht hatten. Überall wuchsen Obstbäume, grüne Wiesen mit bunten Blumen und ganz in der Nähe plätscherte ein Bach. Bienen und Schmetterlinge schwirrten durch die Luft, Vögel hatten ihre Nester in den Bäumen gebaut. Sogar die Luft war angenehm und nicht so heiß, wie sie erwartet hatten.

Die Drei folgten einem Weg, der immer höher hinaus in den Glasberg führte.

An Alleen und kleinen Wäldchen vorbei – bis fast in die Spitze.

Dort führte der Weg auf einen großen Platz. Es war fast so breit, wie ein Marktplatz. Auf den ersten Blick sah er ganz normal aus, doch dann bemerkten Anna, Moka und Kasu das am anderen Ende eine große Wand stand. Sie war nicht so wie die Außenwände des Glasbergs, sondern völlig durchsichtig.

Auf der anderen Seite war ebenfalls ein Platz und dort auf einem Baumstamm saß ein Mann.

Er war schätzungsweise 34 Jahre alt. „Hattest du nicht gesagt, das diese Geschichte vor 115 Jahren geschehen sein soll“, fragte Anna, die an sich einen alten Man erwartet hatte.

„Ja schon! Aber im Glasberg altert kein Wesen“, sagte Kasu und trat näher an das Glas.

Moka hüpfte schon die ganze Zeit davor herum und klopfte mit seinen kleinen Pfoten gegen die Glaswand. Nun versuchten die drei verzweifelt eine Tür zu finden, als sie hinter sich eine Stimme sagen hörten: „Ihr seid echt gut. Ich hatte nicht erwartet, das ihr es so weit schafft“.

Es war Raturo der Zauberer. „Ich hab Euch schon eure ganze Reise lang beobachtet. Eigentlich hatte ich vor, Euch zu eurem König zu sperren, aber jetzt habe ich es mir anders überlegt. Ich will die Sache jetzt zu Ende bringen“.

Raturo richtete seinen Zauberstab auf das Glas hinter dem Toro saß und sprach eine Zauberformel.

Gerade als Alles vorbei zu sein schien, schrie Anna: „ N E I N !“ und warf sich vor das Glas. Jeder hatte erwartet, dass Anna sich in Luft auflösen würde, doch der Zauber prallte von ihr ab und traf Raturo selbst.

Ein roter Blitz zuckte durch den Glasberg und erleuchtete ihn in seiner ganzen Pracht.

Plötzlich stand vor Anna kein Raturo, sondern der König Toro selbst. Die beiden hatten die Plätze getauscht.

 

 Das Fest

 

Totenstille herrschte auf dem wunderschönen Platz. Kasu und Moka guckten, als wollten ihnen die Augen herausfallen. Sie konnten einfach nicht glauben, was gerade geschehen war.

Anna war noch ganz benommen – sie bekam kaum etwas von Ihrer Umgebung mit.

 

Eine zarte Stimme kam von der anderen Seite – vom Weg her, den sie gelaufen waren.

Es war die liebe Balinga und sie lief Toro in die Arme. Sie wollten sich wohl nie mehr loslassen.

„Das muss gefeiert werden“, sagte der König. „Lasst uns das größte Fest feiern, das das Land je gesehen hat!“.

Sie  staunten noch mehr, als sie aus dem Glasberg heraustraten. Jeder hatte das alte Labyrinth erwartet und Anna hatte sich schon gefragt, wie sie da wieder durchkommen sollten. Doch stattdessen wartete eine von herrlichen Bäumen gesäumte Allee dort. Dazwischen Blumen mit wunderschönem Gras.

Aus den Sümpfen waren Rosengärten geworden, deren Rosen in allen Farben blühten.

 

Sie schritten durch die Allee und als sie herauskamen stand vor Ihnen Kolumbus und rief: „Juchu! Sie haben es geschafft! Ich habe immer an sie geglaubt!“

 

Hinter den Rosengärten wurde das riesige Fest gefeiert, mit Musik, Tanz und Gesang, tollem Essen und der schönsten Dekoration, die sich im Land so finden ließ.

Sie tranken Wein und aßen ein Essen mit fünf Gängen; Salat, Pastete, Braten, Fisch, Omelette, Nachspeisen mit Pudding, Eis und Schokolade.

Der König bedankte sich bei Anna. Er hielt eine Rede, von der Anna dachte, sie würde nie enden und überreichte ihr einen wunderschönen goldenen Armreif, mit Saphiren, Rubinen und Smaragden bestückt.

 

Ganz in Gedanken versunken betrachtete Anna ihren Armreif. Da hörte sie ihre Mutter rufen: „Anna, komm zum Essen“

 

„Leider alles nur ein Traum“, dachte Anna, während sie auf das staubige Buch in ihrem Schoß schaute.

„Wasch die bitte auch noch die Hände“, rief ihre Mutter noch. „Ja. Ja“ , antwortete Anna und lief ins Bad.

Gerade als Sie ihre Hände unter den Wasserstrahl halten wollte, bemerkte sie etwas.

Den gellenden Schrei hatte wohl niemand gehört. Anna musste sich setzen.

 

An ihrem linken Arm glänzte ein Armreif mit Saphiren, Rubinen und Smaragden.

 
 ENDE!!!

Letztes Jahr habe ich meine erste Detektivgeschichte geschrieben. Sie handelt von Moni - einer Hobby-Detektivin. Ich finde so etwas ganz toll. Ihr könnt ja unten mal reinlesen:


Nichts los!!

Es ist stinkelangweilig!!
Mein Gott – warum passiert denn überhaupt nichts??

Was soll denn ein Detektiv tun, wenn nichts passiert??
Nicht dass viele große Verbrechen passieren sollen –
schon gar nichts wo Menschen oder Tiere zu Schaden kommen!
Aber so gar nichts – nicht mal ein kleiner Einbruch –
ein winziger Fahrraddiebstahl ?? 

Was ist das denn für eine Stadt, in der so gar nichts passiert.
Wie soll man da ein berühmter Detektiv werden  oder besser noch eine berühmte Detektivin??

Moni

Es stürmte und regnete Moni saß in ihrem Zimmer und langweilte sich.

Moni? Wer ist Moni?
Moni ist ein Mädchen mit schwarzen Haaren, Jeans, rotem T-Shirt und weißen Turnschuhen. Sie heißt Monika Schulte-Möllersbeck und geht auf das Gymnasium Dorsten .
Inlinerfahren ist ihr großes Hobby. Aber Detektiv sein, natürlich noch viel mehr.
Monis Freunde nennen sie auch Moni Holmes, wie den berühmten englischen Detektiv.
"Hallo Moni was machst du?“ fragte Angelina.
Moni tat so, als hätte sie Angelina nicht gehört. Angelina ist ihre kleine Schwester.
Leider geht sie Moni und ihren Freundinnen sehr auf die Nerven.  Sind eigentlich alle kleinen Schwestern so nervig?
Angelina hat blonde Haare, trägt ein weiß-blau gestreiftes T-Shirt und natürlich eine Jeans.
Sie wohnt mit Moni in Holsterhausen, einem  Stadtteil von Dorsten. Ihr Haus steht in der Mühlenstr 30.
Angelina geht in die 1.Klasse der Grundschule Holsterhausen und ist 6 Jahre alt.

Manchmal ist sie auch neidisch auf Moni, denn sie darf nicht so lange auf bleiben wie Moni.
Oder auch wenn Moni mit ihrer Klasse auf Klassenfahrt fährt, so wie neulich.  
„Angelina gehst du nicht gleich zum Turnen?“, fragte die Mutter. „Ooooooh eh, ja“ , sagte Angelina und ging.
„Gott sei Dank“, dachte Moni.
„So ein Mist“, nörgelte Angelina.
Monis Mutter heißt Maria und spielt Geige. Sie arbeitet halbtags in einer Arztpraxis.

Klingelingeling 

Ddddrrrriiiinnngggg,  schellte es von draußen. 
Moni sah aus dem Fenster und erblickte ihre beste Freundin Mara. Sie waren an sich zum Inlinern verabredet – aber bei dem Mistwetter ging das natürlich nicht.
Mara geht ebenfalls in die 6c des Gymnasiums – zusammen mit
Moni in die gleiche Klasse.
Die beiden Mädchen haben viele gemeinsame Hobbys – Inliner-
fahren, Lesen und eine ganze Menge mehr. Natürlich fahren sie auch gerne mit dem Fahrrad.
 
Wo wir gerade bei „Fahrrad“ sind, erzählte Mara ihrer besten Freundin Moni, das ihr altes Fahrrad wunderschön bunt ist. Ihr Vater hatte dafür gesorgt, das der Rahmen knallrot wurde; einen gelben (!) Sattel, einen blauen Gepäckträger und grüne Felgen. Die Reifen waren weiß, schneeweiß. Der Lenker war genauso, wie der Rahmen nämlich auch rot.
„Stark“, meinte Moni – „das muss ich sehen“.
Und so liefen sie durch den Regen zu Mara, was ja nicht sehr lange dauerte; denn Mara wohnte auf der anderen Straßenseite in der Nummer 31.

Mara öffnete den Schuppen und Moni  stieß einen kleinen Schrei aus. 
„Boh, Hammerfahrrad“ war das Einzige was Moni sagen konnte.
Mara war mächtig stolz und meinte: „So eins gibt es nicht noch mal! Bei uns zuhause gab es schon Zoff und Tränen. Mein Bruder konnte sich kaum einkriegen, als er mein tolles Rad gesehen hatte.“

Maras Bruder – Nikolas - ist auch ein Nervi-Typ so wie Angelina. Nur nicht ganz so schlimm, weil er ja schon fast 10 Jahre alt ist.
Außerdem spielt er Fußball im ATV Holsterhausen in der D-Jugend. Damit ist er ganz schön beschäftigt und hat natürlich weniger Zeit, um den Mädchen auf den Nerv zu gehen.
Nikolas trägt sehr oft ein „Dortmund“ T-shirt in knallgelb mit
Schwarz und eine Cordhose dazu. In der Grundschule in der
4. Klasse ist er deswegen aber schon berühmt.
Die Mädchen finden ihn ziemlich affig.
Nikolas hat übernächsten Samstag Geburtstag und wird 10.

Kann nicht sein 

Eine Woche lang fuhr Mara mit Moni jeden Tag mit dem Rad zur Schule.
Alle bestaunten Mara mit ihrem tollen Fahrrad.
„Super“ staunte Nina über den gelben Sattel.
Lena fand den Lenker toll. „Hab ich ja noch nie gesehen.“
Niklas: „Scharf, solche grün-weißen Räder gibt’s ja nicht noch mal!“
Nächsten Dienstag, am Nachmittag,  kam Mara mit aufgequollenen Augen, völlig durcheinander zu Moni.
„Was ist denn mit Dir los?“ fragte Moni sie verwundert.
„Mein Fahrrad ist weg!“ stotterte Mara. „Geklaut – einfach weg!“
„Gibt’s nicht,“ rief Moni; „kann doch nicht sein! Du willst mich
auf den Arm nehmen!“
„Ehrlich,“ schluchzte Mara, „mein Rad steht nicht mehr im Schuppen!“
Und dann erzählte Mara. Sie hatte es nach der Schule in den Schuppen gestellt und vor einer Stunde wollte Sie ein Buch als Geburtstagsgeschenk für Ihren Bruder kaufen.

„Überleg mal. Hast Du es nicht vielleicht beim Buchladen stehen lassen? Was hast du überhaupt für ein Schloss an deinem Fahrrad?“, meinte Moni.
„Ich hab ein Zahlenschloss und beim Buchladen kann ich es nicht stehen gelassen haben, weil ich da ja noch gar nicht war,“ antwortete Mara.
„Das muss ich mir ansehen!“ langsam kam der Detektiv in Moni ins Spiel. Sie gingen zusammen zum Schuppen und Moni untersuchte alles genau.
Ein paar Fahrräder und ein alter Kinderwagen standen noch da.
Die Türe ging ganz normal, sah nicht kaputt aus und die Klinke funktionierte fabelhaft.
Das Schloss des Schuppens war völlig in Ordnung.
„Also das war kein Einbruch,“ bestätigte Moni ihrer Freundin. „War der Schuppen überhaupt abgeschlossen?“
„Nee,“ sagte Mara, „der ist öfters auf. Mein Fahrrad war abgeschlossen und alle anderen Räder sind ja noch da!“ 

 „Na dann wird’s jetzt heiß. Wir füttern mal meinen Computer mit allen Daten. Ich hab ja seit meinem Geburtstag die tolle Detektivsoftware.“
Jetzt war Moni in ihrem Element.

Was jetzt? 

Die Mädchen gingen zu Moni in ihr Zimmer und Moni startete den Computer.
Sie schaute in das Programm rein und es ging los.
Ø      Fall Nr. 1
Ø      Art des Falls:   Diebstahl
Ø      Ort: Holsterhausen
Ø      Zeit: Dienstag früher Nachmittag
Ø      Was fehlt: Fahrrad
Ø      Beschreibung
 
Moni klimperte der Reihe nach alles rein.
Es kam ein Punkt: Zeugen ! Da wurde Moni stutzig.
„Auf geht’s! Wir fragen erst einmal alle Freunde und Klassen-
kameraden.“ rief Moni in einem aufgeregten Ton.
Sie rannten quer durch Holsterhausen und fragten die Tina und Lena. Nacheinander klapperten Sie alle Freunde und Klassenkameraden ab.
Keiner hatte irgendetwas gesehen. Das wäre ihnen auch aufgefallen, sagten alle. Maras Rad war ja bekannt wie eben ein buntes Rad.
Ergebnis der Befragung NIX!

„Was sagt denn deine Mutter und dein Vater zu dem Fall?“, fragte Moni.
„Mama hat schon wieder angefangen Predigten zu halten und Papa ist gar nicht da. Er ist auf einem Seminar in München. Er weiß noch gar nichts. Oh, je, wenn er nach Hause kommt, krieg ich einen Superärger!
Mama behauptete, ich hätte zuwenig Verantwortung und kümmere mich nicht um meine Sachen. Das wäre wieder typisch“ antwortete Mara betrübt.
„Dabei ist das gar nicht so! Ich habe immer höllisch aufgepasst und auch immer abgeschlossen. Ich habe sogar ein 4-er Zahlenschloss gekauft!
Hat aber ja auch nichts genutzt!“

„Dann ab zur Polizei,“ rief Moni. „Aber wie – hier ist doch kein Polizei? sagte Mara erstaunt.
„Wir müssen mit dem Bus nach Dorsten“.
 
Eine halbe Stunde später standen Sie an der Bushaltestelle. Mit dem nächsten Bus ging es in die Stadtmitte, zur Polizei.
Dort angekommen, fragten sie den ersten Polizisten, den sie trafen, wo man denn einen Fahrraddiebstahl melden könnte. Der schickte sie zum Büro 11.
Wachtmeister Krause im Büro 11 nahm den Fall erst nicht auf.
„Wisst Ihr eigentlich, wie viele Fahrräder jeden Tag gestohlen werden ?  Schickt mal eure Eltern vorbei; dann werden wir das schon klären!“ war seine strenge Antwort.

Aber Moni und Mara ließen nicht locker, bis er sich bereit erklärte wenigstens mal zuzuhören. Nach 20 Minuten war er bereit mit Frau Kaestner –Maras Mutter – zu telefonieren. Nachdem Maras Mutter alles bestätigt hatte, schrieb er einen Bericht.

Eine heiße Spur 

„Das wird nie was. So was müssen wir selbst in die Hand nehmen!“ meinte Moni total gereizt und dachte bei sich „So ein Blödmann – ist ihm wohl zu unwichtig.“
„Was ist mit den Nachbarn, ob da einer was gesehen hat?“
überlegte Mara.
„Mensch sind wir doof !!! Der Tobias!“ kam Moni der Geistesblitz. Tobias ist auch in der Klasse von Moni und Mara. Er hat sich das Bein gebrochen und war 3 Wochen schon nicht mehr in der Schule. War wohl ein sehr schwieriger Bruch.
Nun sitzt er den ganzen Tag vor dem Fenster und beobachtet die Umgebung. „Der müsste was gesehen haben. Hoffen wir es!“ kombinierte Moni weiter.
Tobias wohnt 3 Häuser neben Moni. Lars bringt ihm immer die
Hausaufgaben, weil auch durch die Mühlenstrasse fährt.

Die klingelten an und Tobias humpelte Ihnen mit Krücken
entgegen. Und die beiden Mädchen fielen lautstark über ihn her.
„Mein Fahrrad . . .“  „Weißt du was?“  „Hast du was gesehen?“
„Ist dir irgendwas aufgefallen“ riefen beide durch einander.
„Langsam Mädels – Beruhigt euch! Was ist eigentlich los?“
Und Mara und Moni erzählten von Anfang an.

„So ein buntes Rad habe ich gesehen. Ich hatte nicht bemerkt,
dass du das warst mit dem bunten Rad, Mara. Aber ihr beide
fahrt ja immer zur anderen Richtung zur Schule und zum Sportplatz.
Das war also dein Rad? Tolles Ding – muss ich schon sagen.“
„ Lasst mich mal über legen . Aaaaaah  jetzt erinnere ich mich.“
„An was erinnerst du dich?“, bohrte Moni weiter.
„An einen Lieverwagen, einen dunkelblauen mit der Aufschrift
„Meier´s Lieferservice“ und an einen älteren Mann,  etwas dicker, braune Hose und eine grüne Jacke“, beschrieb Tobias.
„Der Mann trug das Fahrrad hinten, so als wenn es noch  abgeschlossen wäre. Er hat es dann in den Lieferwagen getan und ist abgefahren.“

„Toll“, sagte Moni, „Endlich eine heiße Spur. Hast du das Kennzeichen gesehen?“
„Nee, das konnte ich nicht erkennen. Hat mich dann auch nicht mehr interessiert.“
„Mensch super, Tobias, das könnte uns vielleicht weiterhelfen. Danke erst mal!“, sagte Mara mit ein bisschen  Hoffnung in ihrem Ton. Trotz dieser Spur kamen Moni und Ihre Freundin nicht richtig weiter.
Bis Freitag versuchten sie noch weitere Leute zu erwischen, die etwas gesehen hatten.
Leider ohne Erfolg, so dass sie beschlossen am Montag die neuen Sachen der Polizei in Dorsten anzugeben.

Schokoladenkuchen extra 

Samstag morgen 10 Uhr. Moni hatte wie immer lange geschlafen und war noch total verpennt, als sie die Rollläden in ihrem Zimmer hochzog.
Endlich mal kein Regen, sondern Supersonnenschein – einfach toll zum Inliner- oder Fahrradfahren.
Da war sie plötzlich hellwach!!
Auf der anderen Straßenseite – direkt vor Maras Haustür – stand der blaue Lieferwagen mit der Aufschrift „Meier`s Lieferservice“.
Als Moni rausgerannt war, hatte sie nur einen Socken an und ihre Haare waren zerzaust. Sie war völlig aus dem Häuschen.
Sie achtete dann kurz auf den Verkehr und rannte rüber auf die andere Straßenseite.
Moni beguckte sich den Lieferwagen von allen Seiten. Als sie auf der anderen Seite war, kamen Mara und ihr Bruder Nikolas, der ja Geburtstag hatte, mit 2 gleichen bunten Fahrrädern aus dem Haus.
Moni blieb stehen wie eine Statue und hatte eine Minute den Mund auf, bis sie merkte, wie doof sie da stand.
Mara kam auf Moni zu und brabbelte die ganze Geschichte runter.
Heinz Kaetsner – Maras Vater – hatte vor seiner Abreise dafür gesorgt, dass Onkel Egon – Egon Peters aus Wesel – Maras Fahrrad abholte und ein zweites für Nikolas zum Geburtstag nachbauen lässt. Da es eine Überraschung sein sollte, hatte er niemandem davon erzählt.
Da war Moni aber fertig. Monis erster Fall hatte sich selbst gelöst und alle Mühen waren umsonst gewesen.

Barbara Kaestner kam auch aus dem Haus mit 2 großen Stücken Schokoladenkuchen und sagte: „Jetzt gibt es erst mal Schokoladenkuchen extra, für die ganze Aufregung!“
Alle gingen ins Haus und mampften den Kuchen.

Moni schmunzelte: „Mein erster toller Fall, auch wenn ich ihn nicht selbst gelöst habe!“ und packte sich noch ein Stück Schokoladenkuchen auf den Teller.

Home
Neuigkeiten
Familie
Schule
meine Freunde
Hobbys
Sport
meine Texte   Bücher
Links   E-mail an mich